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Drohnenabwehr

Drohnen verändern das Gefechtsfeld. Klein, schnell, schwer zu erkennen, mit großer Wirkung – und vor allem verhältnismäßig billig. Das Bundesheer reagiert darauf mit gezielter Ausbildung. Gestern trainierten Berufsoffiziersanwärter an der Heeresunteroffiziersakademie die Drohnenabwehr im Stationsbetrieb.


Warum Drohnenabwehr?

Drohnen übernehmen heute Aufklärung, überwachen Räume und wirken auch direkt im Kampf. Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie rasch sich diese Bedrohung entwickelt hat. Günstige, in großer Zahl eingesetzte Drohnen verschaffen auch einem technisch unterlegenen Gegner erhebliche Wirkung. Sie klären auf, stören und können selbst hochgerüstetes, teures Großgerät gezielt bekämpfen. So entsteht ein deutliches Ungleichgewicht: Überlegenheit an schweren Systemen verliert an Wirkung – ein typisches Merkmal asymmetrischer Kriegsführung.

Ziel der Ausbildung

Die Offiziersanwärter lernten diese Woche, Drohnen früh zu erkennen und richtig zu beurteilen. Sie übten das Zusammenspiel von Beobachtung, Meldung und Wirkung. Dazu gehörte auch der sichere Umgang mit Gerät und Verfahren.

Ein Schwerpunkt lag auf der Kombination aus passiver und aktiver Abwehr. Tarnung und Verhalten waren ebenso wichtig wie technisches Verständnis und aktive Bekämpfung.
 

Ausbildung im Stationsbetrieb

Die Ausbildung lief im Übungsraum Geyer. Vier Stationen vermittelten das gesamte Spektrum der Drohnenabwehr. Jede Station dauerte rund zwei Stunden.

In der ersten Station setzten sich die Teilnehmer mit Drohnen-Technik auseinander. Sie lernten von den Spezialisten des Jägerbataillon 8 verschiedene Drohnenarten kennen, verstanden Aufbau und Einsatz und betrachteten das System aus Sicht eines Drohnenpiloten.

Ein wesentlicher Ausbildungsinhalt dieser Station war die elektronische Drohnenabwehr: Hochleistungs-Antennen erfassen Funksignale und werten im "Command Center" ausgewertet. Damit kann eine Drohne auch ohne direkte Sichtverbindung geortet werden. Die Bediener erkennen, wo sich der Operator befindet, welche Art Drohne eingesetzt und wie sie geführt wird. Auf dieser Grundlage können gezielte Stör- und Abwehrmaßnahmen gesetzt werden.

Die zweite Station widmete sich der passiven Drohnenabwehr. Die Soldaten erkannten anfliegende Drohnen, meldeten diese und passten ihr Verhalten im Gelände an. Tarnung, Täuschung, Auflockerung und Deckung wurden praktisch geübt.

In der dritten Station übten die Offiziersanwärter bauliche Schutz- und Tarnmaßnahmen und das Verhalten bei Alarm. Tarndeckel und Netze verschleiern Konturen und schützen vor Luftaufklärung.

In der vierten Station wurde das Zusammenspiel im Trupp zur aktiven Drohnenabwehr aus vorbereiteten Stellungen vertieft. Die Soldaten trainierten Bekämpfungsmaßnahmen mit der Vorderschaft-Repetierflinte im Einzel- und Sperrfeuer gegen anfliegende Drohnen.


Drohnenabwehr ist kein Einzelkönnen. Sie verbindet Beobachtung, Führung und Wirkung. Die Offiziersanwärter nahmen damit ein klares Bild mit: Drohnen sind mittlerweile eine wesentliche Komponente des modernen Gefechts – und ihre Abwehr ebenso.

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