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Militärisches Medizinstudium

Vom Soldaten zum Mediziner

Medizin studieren und gleichzeitig Soldat sein: Das Militär-Medizinstudium verbindet die universitäre Ausbildung zum Arzt mit einer militärischen Laufbahn im Österreichischen Bundesheer. Die Studentinnen und Studenten absolvieren ihr Studium der Humanmedizin an einer österreichischen Medizinischen Universität und stehen währenddessen bereits in einem Dienstverhältnis zum Bundesheer. Ihr Studium ist damit nicht nur Ausbildung, sondern ihre dienstliche Hauptaufgabe. 


Der Weg zum Studienplatz

Der Weg dorthin beginnt allerdings schon deutlich vor dem ersten Tag an der Universität. Die Bewerber müssen die militärischen und persönlichen Voraussetzungen erfüllen, eine militärische Basisausbildung absolvieren und sich dem Medizinischen Aufnahmetest, dem MedAT, stellen. Das Bundesheer unterstützt sie dabei mit einem eigenen Vorbereitungsprogramm. Wer schließlich einen der für das Verteidigungsministerium vorgesehenen Studienplätze erhält, wird mit Studienbeginn vom Militärmediziner-Anwärter zum Militärmedizinstudenten mit dem Dienstgrad Fähnrich. 

Studium trifft militärische Ausbildung

Während der sechsjährigen Studienzeit steht die Medizin im Mittelpunkt. Ganz vom militärischen Alltag getrennt sind die Studenten aber nicht. In den lehrveranstaltungsfreien Zeiten absolvieren sie militärische Ausbildungen. Dazu gehören beispielsweise Scharfschießen, Geländebesprechungen und Fitness-Tests. Hinzu kommen militärmedizinische Ausbildungsinhalte und Famulaturen, also praktische Ausbildungszeiten in medizinischen Einrichtungen. Außerdem versehen die Studenten Dienst in Einrichtungen des militärischen Gesundheitswesens.  

Nach dem Studium beginnt die weitere ärztliche Ausbildung. Grundsätzlich erfolgt die Ausbildung zum Facharzt für Allgemein- und Familienmedizin. Bei entsprechendem militärischen Bedarf sind auch andere Fachrichtungen möglich. 

„Das Militär-Medizinstudium bietet unseren Studenten die parallele Ausbildung zum Militärarzt und Offizier im Rahmen eines Sondervertrages mit dem Österreichischen Bundesheer. Dadurch können sie sich voll auf das Studium der Humanmedizin und die militärische Ausbildung konzentrieren. Besonders ist aber auch das, was danach kommt: Als Militärarzt erwarten sie medizinische Aufgaben, die weit über den klassischen ärztlichen Alltag hinausgehen. Bei Übungen und Einsätzen im In- und Ausland werden sie mit medizinischen Herausforderungen konfrontiert, die in dieser Form im österreichischen Gesundheitswesen kaum vorkommen. Genau diese Verbindung aus Medizin und militärischem Einsatz macht diesen Beruf so außergewöhnlich.“

Oberst des Generalstabsdientes Horst Dauerböck, Kommandant Sanitätszentrum Ost

Arzt und Soldat - ein vielseitiges Berufsbild

Nach Abschluss der universitären und ärztlichen Ausbildung stehen Militärärzten unterschiedliche Verwendungen offen. Vom Truppen- bis hin zum Brigadearzt einerseits und andererseits in den Sanitätszentren des Österreichischen Bundesheers. Dort leiten sie Ambulanzen, übernehmen die ärztliche Versorgung der Grundwehrdiener, beraten die militärische Führung in medizinischen Fragen und wirken an der sanitätsdienstlichen Aus-, Fort- und Weiterbildung mit. 

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Berufsbildes sind Auslandseinsätze. Militärärzte können dabei in internationalen Missionen oder im Rahmen von Katastrophenhilfe eingesetzt werden. Das medizinische Spektrum reicht dort von der allgemeinmedizinischen und notfallmedizinischen Versorgung bis hin zu unterschiedlichen fachärztlichen Aufgaben. Damit verbindet der Beruf die klassische ärztliche Tätigkeit mit den besonderen Anforderungen des militärischen Dienstes im In- und Ausland. 

Ein neuer Jahrgang startet

Für die acht angehenden Militärmedizinstudenten und vier Militärmedizinstudentinnen des neuen Jahrgangs beginnt nun ein neuer Abschnitt. Bevor in wenigen Tagen die ersten Lehrveranstaltungen an den Universitäten starten, kommen sie beim jeweils zuständigen Sanitätszentrum an. Dort werden aus den bisherigen Militärmediziner-Anwärtern jene Soldaten, deren Arbeitsplatz in den kommenden Jahren vor allem Hörsaal, Seminarraum und Klinik sein wird. Das sogenannte „Inprocessing“ bildet den organisatorischen und militärischen Übergang in diesen neuen Lebensabschnitt. 

Wir begleiten die neuen Militärmedizinstudenten in dieser Woche bei ihren ersten Schritten in diesem neuen Lebensabschnitt: beim Inprocessing im Sanitätszentrum Ost in Wien. Dort beginnt für sie unmittelbar vor dem Start des Studiums der Dienst als Militärmedizinstudent. 


Die erste Woche als Militärmedizinstudent...

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