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Combat Search and Rescue - 3 Fragen anlässlich der Rettung des amerikanischen F15-Waffensystemoffiziers

Combat Search and Rescue - 3 Fragen anlässlich der Rettung des amerikanischen F15-Waffensystemoffiziers

Anfang April 2026 führten die USA während des Iran-Kriegs eine hochkomplexe Combat Search and Rescue-Operation (CSAR) tief im iranischen Hinterland durch. Vorausgegangen war der Abschuss eines Kampfflugzeugs nahe Isfahan. Über mehrere Tage hinweg operierten zahlreiche Luft- und Spezialkräfteplattformen über Distanzen von mehreren hundert Kilometern – rund 800 Kilometer – im iranischen Luftraum. Unterstützt wurden sie durch einen provisorischen, weit vorgeschobenen Versorgungspunkt im Zielgebiet.

 

Die Mission zeigt exemplarisch, welche Anforderungen heute an CSAR in stark umkämpften Umgebungen gestellt werden. Gleichzeitig bietet sie einen geeigneten Ausgangspunkt, um moderne Konzepte wie Joint Personnel Recovery einzuordnen. Unser Experte Oberst des Generalstabsdienstes Matthias Wasinger beantwortet drei Fragen.


Was ist der Unterschied zwischen CSAR und (Joint) Personnel Recovery?

CSAR bedeutet vereinfacht: Eigene Soldaten werden aus einer gefährlichen Lage gerettet. Etwa ein Pilot, der nach einer Notlandung allein in einem unsicheren Gebiet ist.

Personnel Recovery geht darüber hinaus. Es umfasst die gesamte staatliche Anstrengung, isolierte Personen zurückzuführen. Diese reicht von diplomatischen Maßnahmen über zivile Beiträge – etwa durch NGOs – bis hin zu militärischen Einsätzen. Umfang und Mittel hängen dabei von der Bedrohungslage ab.

CSAR ist somit eine spezielle Methode innerhalb des Personnel Recovery: die besonders anspruchsvolle Rettung aus einem feindlichen Umfeld.

Und wie funktioniert das?

Damit eine militärisch geführte Rettung gelingt, müssen viele Elemente ineinandergreifen. Die Aufgabe liegt nicht bei einer einzelnen Organisation. Sie ist das Ergebnis einer abgestimmten Gesamtleistung staatlicher und nichtstaatlicher Akteure – und auch der betroffenen isolierten Person selbst.

Am Anfang steht die Suche. Die vermisste Person muss gefunden werden, etwa über Funkkontakt oder durch Beobachtung aus der Luft. Dazu kommen häufig Luftfahrzeuge zum Einsatz, etwa Hubschrauber oder Flugzeuge, die das Gebiet überwachen.

Beim Österreichischen Bundesheer wird dafür unter anderem der Transporthubschrauber Sikorsky S-70 Black Hawk eingesetzt. Er kann sowohl zur Suche als auch zur Rettung dienen. Alternativ ist auch eine Suche und Verbringung am Boden möglich, etwa mit Gefechtsfahrzeugen des Bundesheeres.

Ist die Person lokalisiert, wird Kontakt hergestellt. So lässt sich die Identität bestätigen und der betroffenen Person Anweisungen geben. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für die Rettung.

Je nach Lage kommen dabei Spezialeinheiten zum Einsatz. In Österreich übernimmt diese Aufgabe unter anderem das Jagdkommando. Diese Kräfte sind darauf ausgebildet, schnell, präzise und unauffällig zu handeln. Sie können beispielsweise per Hubschrauber nahe am Ziel abgesetzt werden, zur Person durchstoßen und sie sichern.

Parallel dazu wird die Rettung abgesichert. Bedrohungen müssen ferngehalten werden, etwa durch bewaffnete Begleitung aus der Luft. Auch ohne klassische Kampfhubschrauber können vorhandene Luftmittel diese Aufgabe unterstützen. Zusätzlich überwachen Flugzeuge wie der Eurofighter Typhoon den Luftraum und tragen so zur Sicherheit bei.

Der Abtransport erfolgt meist mit einem Hubschrauber. Dieser landet kurz oder schwebt, während die Einsatzkräfte die gerettete Person an Bord bringen. Anschließend wird sie rasch aus dem Gefahrengebiet ausgeflogen.

Während des Transports oder unmittelbar danach erfolgt die medizinische Versorgung, falls erforderlich.

Zusammengefasst ist Personnel Recovery ein Zusammenspiel aus Aufklärung, Kommunikation, Schutz, dem Einsatz von Spezialeinheiten und Lufttransport.

Werden Piloten auf das Verhalten nach einer Landung in unsicherem Gebiet vorbereitet?

Ja. Piloten werden gezielt darauf vorbereitet, wie sie sich nach einer Notlandung oder einem Absturz in unsicherem Gebiet verhalten müssen. Dieser Teil der Ausbildung ist entscheidend, da sie im Ernstfall oft zunächst auf sich allein gestellt sind.

Beim Österreichischen Bundesheer erfolgt diese Vorbereitung im Rahmen der sogenannten SERE-Ausbildung. Sie vermittelt jene Kenntnisse und Fertigkeiten, die isolierte Personen benötigen: Überleben unter verschiedenen Bedingungen (Survive), Ausweichen vor Gefangennahme (Evade), richtiges Verhalten bei Befragung oder in Gefangenschaft (Resist), Nutzung von Fluchtmöglichkeiten (Escape) und Unterstützung der eigenen Rückholung (Extract).

Ein zentraler Schwerpunkt ist das Verhalten unmittelbar nach der Landung. Die Piloten lernen, sich rasch vom Fluggerät zu entfernen, wichtige Ausrüstung mitzunehmen und einen geschützten Ort aufzusuchen. Dort gilt es, sich zu verbergen, Spuren zu vermeiden und möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erregen. Gleichzeitig müssen sie für eigene Kräfte auffindbar bleiben, etwa durch gezielte und sichere Signale.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Überleben im Gelände. Die Soldaten werden darauf vorbereitet, mit minimaler Ausrüstung auszukommen: Wasser zu gewinnen oder aufzubereiten, sich gegen Hitze oder Kälte zu schützen und einfache Unterkünfte zu errichten. Auch Bewegung im Gelände, Verhalten bei Nacht und das Vermeiden von Gefahren sind Teil der Ausbildung.

Durchgeführt wird diese Ausbildung unter anderem durch spezialisierte Kräfte wie das Jagdkommando. Diese verfügen über umfassende Erfahrung im Überleben und im Handeln unter schwierigen Bedingungen und geben ihr Wissen gezielt weiter – insbesondere an Soldaten mit erhöhtem Risiko, isoliert zu werden, wie etwa Piloten.

Zusätzlich wird das Verhalten im Fall einer Gefangennahme trainiert. Dabei stehen keine komplexen Regeln im Vordergrund, sondern klare Grundprinzipien: Ruhe bewahren, Zeit gewinnen und auf Rettung hinarbeiten.

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