Zwei-Flotten-Strategie umgesetzt
Mit dieser Beschaffung setzt das Bundesheer ein Ziel um, das seit Jahren offen war: Die Zwei-Flotten-Strategie kann erstmals vollständig umgesetzt werden. Sie sieht vor, dass Österreich über zwei komplementäre Systeme verfügt – über die Eurofighter für die Luftraumüberwachung und über ein zweites, leichteres System für Training, Einsätze mit geringerer Intensität und zur Entlastung der Hochwertflotte. Bis jetzt fehlte der zweite Baustein. Mit der M-346 wird diese Lücke geschlossen.
Damit kehrt auch die Pilotenausbildung nach Österreich zurück. Seit dem Auslaufen der Saab 105 musste der fliegerische Teil der Ausbildung im Ausland erfolgen – vor allem in Italien und Deutschland. Mit dem neuen Jet kann die Ausbildung wieder vollständig im Inland stattfinden. Das erhöht die Verfügbarkeit, senkt langfristig Kosten und stärkt die operative Souveränität.
Impuls für Sicherheit und Standort
Für Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer ist der Ankauf ein sicherheitspolitischer und wirtschaftlicher Schritt. Der Jettrainer verbessert die Einsatzbereitschaft und schafft gleichzeitig industrielle Wertschöpfung im Land. Nach Jahren der Zurückhaltung verfolgt das Wirtschaftsministerium wieder klar den Kurs, sicherheitsrelevante Technologien und Forschung in Österreich zu stärken.
400 Millionen Euro an industriellen Kooperationen
Parallel zum Kauf wurde mit Italien ein Industrieabkommen abgeschlossen. Es soll rund 400 Millionen Euro an Aufträgen in Österreich auslösen. Vorgesehen sind Projekte in der Luftfahrttechnik, der Zulieferindustrie, der Digitalisierung und in Forschungsfeldern wie Materialtechnologie, Simulation oder Sensorik.
Das Abkommen ist so gestaltet, dass es österreichische Sicherheitsinteressen wahrt und zugleich europarechtskonform bleibt: Profitieren sollen jene Unternehmen, die technisch die besten Lösungen anbieten.
Rückfluss der Investitionen
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, möglichst viel der eingesetzten Steuermittel als heimische Wertschöpfung zurückzuführen. Industrielle Kooperationen sollen die technologische Souveränität stärken, Lieferketten stabilisieren und Arbeitsplätze sichern. Der Bereich ist im Regierungsprogramm als strategisch wichtig verankert.
Innovation durch Zusammenarbeit
Investitionen in sicherheitsrelevante Technologien wirken über das Militär hinaus. Sie bringen Forschung, Entwicklung und Zulieferbetriebe voran und schaffen neue wirtschaftliche Chancen.
Die Ausgestaltung des Abkommens orientiert sich auch an Modellen anderer EU-Staaten mit ähnlichen industriellen Strukturen. Ein klar definierter rechtlicher Rahmen soll dafür sorgen, dass heimische Betriebe bestmöglich eingebunden werden.
Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer betont, dass mit der Kooperation ein Investitionsvolumen von rund 400 Millionen Euro nach Österreich zurückkehrt. Das stärke die Industrie, ermögliche neue Forschungsprojekte und sichere Arbeitsplätze.
Verteidigungsministerin Tanner hebt hervor, dass die M-346 sowohl als Einsatzmittel als auch als Trainingsflugzeug ein Gewinn sind. Der Government-to-Government-Ansatz garantiere Transparenz, und die Beschaffung sei ein zentraler Baustein des Aufbauplans 2032+.
Bedeutung für die heimische Sicherheits- und Verteidigungsindustrie
Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist bereits heute ein bedeutender Teil der österreichischen Wirtschaft. Rund 11.000 Personen sind direkt beschäftigt, etwa 20.000 weitere arbeiten in Zulieferbetrieben. Der Jahresumsatz liegt bei rund 3,3 Milliarden Euro, rund 150 Unternehmen sind aktiv, die Forschungsquote beträgt 7,5 Prozent.
Die jüngsten Projekte zeigen die Breite der Wertschöpfung: In der Kasernenmodernisierung fließen über 90 Prozent der Aufträge in regionale Betriebe, bei der Pandur-Beschaffung lag der Anteil der österreichischen Wertschöpfung bei über 70 Prozent.
Bericht vom 28. Dezember 2024: Saab 105 Nachfolge: Österreich kauft zwölf Stück Leonardo M-346FA Jets