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"Österreich hat einen guten Namen"

Verteidigungsminister Scheibner auf Staatsbesuch in Ägypten

Kairo, 15. August 2001  - Zu diesem Schluß muß man kommen, wenn man den ersten Besuch eines österreichischen Verteidigungsministers in Ägypten Revue passieren läßt. Ägyptische Tageszeitungen und Fernsehstationen berichteten, Verteidigungsminister Scheibner bewege sich auf den Spuren Bruno Kreiskys, der sich in den 70er Jahren intensiv im Nahen Osten um Frieden bemüht hat.

Tatsächlich vermittelt Scheibner schon seit dem letzten Jahr diskret im Hintergrund mit Entscheidungsträgern in Nahost. Auch Ägypten wünscht sich eine aktivere Rolle der Europäischen Union und hat im österreichischen Verteidigungsminister einen aktiven Unterstützer gefunden. "Ich werde mich in den entsprechenden Gremien auf europäischer Ebene für ein verstärktes Engagement der Europäischen Union einsetzen", betonte Scheibner nach seinem Treffen mit dem ägyptischen Außenminister Ahmed Maher El Sayed. "Gewalt führt immer zu Gegengewalt und es geht beiden Gruppen (Israelis und Palästinensern, Anm. d. Red.) jetzt schlechter als vorher. Daher muß es eine politische Lösung auf gleichberechtigter Basis geben", unterstrich Scheibner.

Sein ägyptischer Amtskollege Hussein Tantawy machte deutlich, daß Österreich als EU-Mitglied keine Eigeninteressen im Nahostkonflikt vertrete und daher als Vermittler äußerst gefragt sei. Beide Minister stimmten auch in der Nahostfrage überein, daß die einzige Lösung das Zurück an den Verhandlungstisch sei. Gewalt, egal von welcher Seite, sei strikt zu verurteilen.

Tantawy, der als potentieller Nachfolger von Staatspräsident Hosni Mubarak gehandelt wird, ließ bereits nach den ersten Gesprächen erkennen, wie freundschaftlich und konstruktiv er das Treffen mit Herbert Scheibner und seiner Expertendelegation empfunden hat. "Österreich hat einen guten Namen in Ägypten", unterstrich der ägyptische Verteidigungsminister.

Neben der Nahostkrise berieten die beiden Minister über Fragen der militärischen Kooperation sowie der militärischen Infrastruktur. Ergebnisse erzielten die Experten in einer außertourlich angesetzten Gesprächsrunde. Als erster konkreter Schritt in der Zusammenarbeit beider Armeen ist die Entsendung von Beobachtungsoffizieren zu Großübungen vorgesehen. Bereiche potentieller Zusammenarbeit bestehen in der Hochgebirgsausbildung, der Ausbildung für friedenserhaltende Operationen sowie im Mineclearing. Jeweils verfügt Österreich über ausgeszeichnete Experten, Know-How und Technik. In Ägypten liegen noch immer Unmengen von nicht entschärften Minen (Relikte der Kriege von 1967 und 1973), die eine Urbarmachung von Ackerland verhindern. Es besteht daher großes Interesse sowohl an den Gerätschaften zur Minenauffindung und -räumung als auch an klassischem Know-How. Die Ägypter zogen auch die Frage der in Österreich eingemotteten M60 Kampfpanzer an. Die ägyptische Armee verfügt über mehr als 1000 Panzer dieser Type und kann Motoren, Getriebe, etc. gut gebrauchen, nachdem die amerikanischen Erzeuger die Produktion des M60 eingestellt haben.

Das Verhältnis zwischen Wien und Kairo ist durch diese engen Kontakte wiederbelebt worden. Vertiefte ökonomische Beziehungen der beiden Staaten könnten folgen, denn Österreich hat einen guten Namen in Ägypten. Das hat dieser Besuch von Verteidigungsminister Herbert Scheibner gezeigt.

"Österreich hat einen guten Namen in Ägypten", betonte Verteidigungsminister Tantawy.

"Österreich hat einen guten Namen in Ägypten", betonte Verteidigungsminister Tantawy.

Wünscht sich mehr Engagement der EU im Nahen Osten, der ägyptische Außenminister Maher.

Wünscht sich mehr Engagement der EU im Nahen Osten, der ägyptische Außenminister Maher.

Dankgeschenk für die Gastfreundschaft und die perfekte Organisation des Staatsbesuches.

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Handshake mit einem ägyptischen Militärpolizisten.

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Kranzniederlegung am Grabmal des 1981 ermordeten Staatspräsidenten Sadat.

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